Die Wahlverwandtschaften

Nach dem Roman von Johann Wolfgang von Goethe

»Ein faszinierendes Kammerspiel voller dramatischer Wucht und seelischer Erschütterungen … absolut sehenswert.«
Cellesche Zeitung

»Warum überhaupt eine Bühnenfassung eines 200 Jahre alten Romans? In einer Zeit, in der jede zweite Ehe geschieden wird, ist das Thema Ehebruch längst kein Aufreger mehr. Doch den gravierenden Unterschied macht die kunstvolle Sprache. Es ist ein Verdienst der Inszenierung, dass sie diesen Abstand deutlich macht.«
Evangelische Zeitung
 
Goethes großer Roman, neu für die Braunschweiger Bühne adaptiert, entwirft das Panorama einer Gesellschaft, die sich auf das Land zurückzieht und das private Glück sucht, während die gesellschaftlichen Verhältnisse unsicher geworden sind und anderorts sogar Krieg droht. Doch das Glück ist nicht planbar. Denn während die Protagonisten, das Ehepaar Charlotte und Eduard, Charlottes Ziehtochter Ottilie und der Hauptmann Otto, mit der Kultivierung der äußeren, sie umgebenden Natur beschäftigt sind, erfahren sie sich selbst als Spielbälle ihrer inneren, emotionalen Natur. Hoch gestimmt und zutiefst kultiviert laufen die vier in ihr Verderben.
 
»Denken Sie sich ein A, das mit einem B innig verbunden ist, durch viele Mittel und durch manche Gewalt nicht von ihm zu trennen; denken Sie sich ein C, das sich eben so zu einem D verhält; bringen Sie die beiden Paare in Berührung: A wird sich zu D, C zu B werfen, ohne dass man sagen kann, wer das andere zuerst verlassen, wer sich mit dem anderen zuerst wieder verbunden habe.« Ist es möglich, das menschliche Verhalten wie eine chemische Reaktion zu begreifen und mit naturwissenschaftlichen Gesetzen zu beschreiben und vorherzusagen?


„Die Wahlverwandtschaften“ wurden 1809 und damit zu Beginn unserer Moderne veröffentlicht. Die Motive des Romans sind bis heute aktuell. Denn Goethes Figuren versuchen, entschieden rational und selbstreflektiert zu handeln. Trotzdem – oder gerade deswegen – treffen sie die falschen Entscheidungen. Das Scheitern des modernen, naturwissenschaftlich versierten Menschen folgt den Gesetzmäßigkeiten der antiken Tragödie.

„Begeisternde Premiere … Bravo!“
neue Braunschweiger


Wiederaufnahme am 03.02.2012

Großes Haus
1 Stunde 40 Minuten

Inszenierung: Christoph Mehler
Bühne: Nehle Balkhausen
Kostüme: Giulia Paolucci
Dramaturgie: Axel Preuß

Mit:
Charlotte: Sandra Fehmer
Ottilie: Louisa von Spies
Eduard: Hans-Werner Leupelt
Hauptmann: Oliver Simon