Prinzessinnendramen

von Elfriede Jelinek
Wieder ab 11.06.!
»Wengenroth (...) inszeniert die »Prinzessinnedramen« als derbe Satire bis hin zur Comedy«
Braunschweiger Zeitung
Mit den »Prinzessinnendramen« legte die Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek eine kleine Macht- und Mentalitätsgeschichte der Geschlechter vor: Über gegenseitige Erwartungen und die bittere Erkenntnis, dass die jeweiligen Wunschbilder weit voneinander entfernt sind. Zum ersten Mal wird ein Stück von ihr am Staatstheater Braunschweig zu sehen sein.
Jelineks Prinzessinnen treffen in jedem der fünf Stückteile, aus denen Regisseur Patrick Wengenroth eine Auswahl treffen wird, in der einen oder anderen Art auf den Tod. Zuerst ist es »Schneewittchen«, die vor der Wahrheit ihrer Schönheit flieht und gleichzeitig Wahrheit sucht. Sie trifft auf den Jäger, der nur den Tod kennt und das weibliche Schönheitsideal umbringt, so dass sie ganz nach der Märchenvorlage von Zwergen in einem gläsernen Sarg abtransportiert werden kann. »Dornröschen« muss durch den Kuss des Prinzen aus ihrer Lebenseinbahnstraße Schlaf erweckt werden.
Aber was dann? Einander bestimmt durch den Kuss, stehen sich mit Mann und Frau zwei unversöhnliche Prinzipien gegenüber. »Rosamunde« hat nur durch ihr Schreiben eine Chance, ihre Meinung hörbar zu machen. Ihr Partner betrachtet sie aber als stummes Objekt. In seinen Augen ist sie seine Schöpfung und hat kein Recht auf Eigenständigkeit oder Originalität. Nur noch durch Hass miteinander verbunden, fletschen sie sich an. »Jackie« Kennedy tritt allein auf, allerdings kleben Leichen an ihr. Ihr Leben ist nicht mehr als ein passendes Kostüm: Gut aussehen an der Seite eines Mannes als Lebensaufgabe. Im fünften Teil »Die Wand« treten die Autorinnen Inge und Sylvia auf. Auch sie streiten um ihre Ausbeute, um Schönheit, Werke und ihren Rang. Dennoch benötigen sie für ihre Geschichten die Mythen und Mystifizierungen der Frauen Schneewittchen, Dornröschen, Rosamunde und Jackie. »Keinem bleibt seine Gestalt, ich sagte es schon, andre sagen es auch.«

Wiederaufnahme am 11.06.2012

Hausbar
Dauer: eine Stunde 30 Minuten