Carmen

Oper von Georges Bizet
nach der Novelle von Prosper Mérimée
Der Publikumsrenner der letzten Saison steht wieder auf dem Spielplan. Eine wichtige Rolle für das erfolgreiche Konzept von Joël Lauwers und Helmut Stürmer spielt Mérimées »Meisternovelle«, die auch Bizet als Vorlage diente und die das Geschehen retrospektiv aus dem Blickwinkel des Mörders José schildert.
Noch heute, über 130 Jahre nach ihrer Entstehung, löst Bizets Oper »Carmen« auf jeder Bühne wahre Begeisterungsstürme aus. Doch das war nicht immer so. Nur wenige Zeitgenossen Bizets haben so wie Friedrich Nietzsche, für den »Carmen« von Beginn an als Meisterstück galt, den wahren Stellenwert dieser Oper erkannt. Georges Bizet verhalf nicht nur dem Realismus auf der Bühne zum Durchbruch, sondern schuf ein in jeder Hinsicht geniales Werk voll Leidenschaft, Kraft und Wahrheit. Die Uraufführung 1874 in der Pariser Opéra Comique löste noch geradezu feindliche Reaktionen aus, in deren Folge der Komponist, krank und seelisch gebrochen, Paris verließ und wenig später starb. Provokativ wirkte damals vor allem die Figur der Carmen: Das Publikum – auf der Bühne bis dahin hauptsächlich die Veranschaulichung des lebensfernen Kunstideals »vom Wahren, Schönen und Guten« gewohnt – musste diese alle Konventionen sprengende Frau mehr als verstören. Als eine Art weiblicher Don Juan lebt Carmen allein im Hier und Jetzt, fühlt sich nur sich selbst gegenüber verpflichtet. Eher stirbt sie, als sich selbst untreu zu werden und sich dem herrschenden Sittenkodex zu unterwerfen.

Wiederaufnahme am 21.10.2010

Großes Haus


Musikalische Leitung: Alexander Joel, Sebastian Beckedorf
Inszenierung: Joël Lauwers
Bühne: Helmut Stürmer
Kostüme: Antonia Fietz
Choreografie: Katja Buhl
Chor: Georg Menskes
Kinderchor: Margit Cherkeh / Tadeusz Nowakowski
Dramaturgie: Daniela Brendel / Jens Neundorff von Enzberg

Mit:
Don José: Arthur Shen
Escamillo: Davide Damiani
Remendado: Steffen Doberauer
Dancairo: Malte Roesner
Zuniga: Selçuk Hakan Tiraşoğlu
Moralès: Orhan Yildiz
Carmen: Sarah Ferede, Julia Rutigliano
Michaela: Ekaterina Kudryavtseva
Frasquita: Moran Abouloff, Simone Lichtenstein
Mercédès: Sarah Ferede, Julia Rutigliano