Bingo?

Tanzstück von Jan Pusch
»Solistisch und im Freestyle, zu zweit und im Ensemble wirbeln die acht Tänzerinnen und Tänzer über die Bühne mit einer Kondition, die ungläubig staunen lässt, entwickeln eine bestens trainierte Sprechkultur, sind mimisch hervorragend geschult und bieten schließlich eine »Body-Percussion«, die verblüfft und mitreißt. Dennoch bleibt in jeder Phase alles Tanz und lässt die Artistik dahinter vergessen. Mit dieser Choreografie haben Jan Pusch und seine Tänzer Maßstäbe gesetzt, die für die Zukunft noch viel erwarten lassen. Bingo? Bingo!«
Hartmut Jakubowski in der Celleschen Zeitung vom 01.11.2010


»Diese Dynamik, gepaart mit spielerischer Leichtigkeit, nimmt die Zuschauer von Beginn der Aufführung an gefangen und hält sie bis zum fulminanten Schluss in Atem, wo die Tänzer ihre Körper wie ein einziges Rhythmusinstrument einsetzen.«
Kirsten Allée am 31.10. auf tanznetz.de

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Immer wenn wir glauben, unser Leben endlich einigermaßen im Griff zu haben, fährt uns das Schicksal unerwartet dazwischen. Wir nennen es Glück, Pech, Fügung, Zufall oder Vorsehung, je nachdem, welche Folgen es gerade für uns hat. Eigentlich müssten wir ständig damit rechnen, dass unsere Vorhaben plötzlich durch irgendeinen Zwischenfall über den Haufen geworfen werden. Doch dann würden wir gar nichts mehr in Angriff nehmen, keinen Fuß vor die Tür setzen. Also ignorieren wir im Alltag die Unberechenbarkeit unserer Welt und glauben fest daran, dass wir unsere kleinen und größeren Pläne umsetzen werden und Kontrolle über unsere Zukunft haben. Gerüstet mit gesellschaftlich etablierten Lebenseinstellungen, geprüften Überzeugungen, Improvisationsbereitschaft und immer neuen Tricks suggerieren wir uns, dass wir für alle Eventualitäten gewappnet sind. Bingo?
Über den unablässig drohenden Ausnahmezustand mitten im Leben und die Strategien, die jeder von uns entwickelt, um mit dem Unplanbaren umzugehen, erzählt Jan Pusch in seiner ersten Premiere als neuer Tanzdirektor des Staatstheaters Braunschweig. In einem ebenso feinsinnigen wie turbulenten Tanzstück stellen sich seine Protagonisten der existenziellen Dimension eines alltäglichen Dilemmas.

Premiere am 30.10.2010/ B-Premiere am 04.11.2010

Kleines Haus
Dauer: 1 Stunde, 5 Minuten