Into the Blue

Tanzstück von Jan Pusch
Für die Verwirklichung des Menschheitstraums, die Beschränkungen der materiellen Welt, die Naturgesetze und die Endlichkeit des eigenen Lebens überschreiten zu können, gab es bis jetzt wenig Angebote. Mit neuester Technik scheint die Realisierung dieser Sehnsüchte für jeden in greifbare Nähe gerückt zu sein. Statt uns weiter gegen die Gegebenheiten unserer Welt aufzulehnen, erschaffen wir uns aus dem binären Nichts eine neue. Endlich das gelobte Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Als Schöpfer gestalten wir die virtuelle Welt nach unseren Wünschen. Im Cyberspace erschaffen wir uns selbst neu, wir geben uns die Identitäten, die wir wollen und statten uns mit allen erdenklichen Fähigkeiten aus. Im körperlosen, digitalen Simulationsexil sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Losgelöst surfen wir auf der Welle unserer Omnipotenz. Sind wir endlich, was wir immer sein wollten: Master of the Universe?
In seiner international erfolgreichsten Tanz-Produktion, die vom Goethe-Institut zu Tourneen durch Indien, Südamerika und Russland eingeladen wurde, stellt Jan Pusch Fragen nach der Rolle des Körpers, nach Identität und Authentizität in einer Welt, in der Grenzen durchlässig, Räume variabel und Fixpunkte in ständiger Bewegung sind. Im subtilen Zusammenspiel zwischen Darstellern und Videoprojektionen werden Konsequenzen einer Existenz an der Grenze zwischen Greifbarem und Ungreifbarem, Körper und Idee spürbar.
»Ein ›Meisterwerk‹, das wie selten virtuelle Bilder und reale Körper in eine ebenso logische wie lustvolle Spannung bringt.«
Arnd Wesemann, Chefredakteur »tanz«

»Jan Puschs ›Projections on the move part I: Into the Blue‹, eine Folge von drei Soli, gehört zu den seltenen Choreographien mit nicht abzusehendem Verfallsdatum. Er hebt das gewohnte Bild der Guckkastenbühne aus den Angeln.«
tanznetz.de

Ein Interview, das Günther Westenberger mit Jan Pusch führte, findet Ihr auf tanznetz.de...

Wiederaufnahme am 18.09.2011

Kleines Haus


Choreografie, Videoregie: Jan Pusch
Video: Momme Hinrichs, Torge Möller (fettfilm)
Musik: Beat Halberschmidt
Kostüme: Ullinca Schröder
Dramaturgie: Sigrid Schonlau

Mit:
Staatstheater Tanz Braunschweig
Besetzung A:
Solo 1: Tillmann Becker
Solo 2: Anne Schmidt
Solo 3: Antonia Zagel
Besetzung B:
Solo 1b: Sebastian Geiger
Solo 2b: Nao Tokuhashi
Solo 3b: Sara Angius