Schlachthof 5

von Kurt Vonnegut
Dramatisierung von John von Düffel
»Warum Sie? Warum wir? Warum irgendwas? Einfach weil dieser Augenblick ist. Sie sind wie ein eingeschlossenes Insekt im Bernstein dieses Augenblicks gefangen.«*
Billy Pilgrim, die Hauptfigur des Romans »Schlachthof 5«, von Kurt Vonnegut, zieht in den Krieg. Er geht zu seiner eigenen Hochzeit, zur Universität und war am Grand Canyon. Billy Pilgrim ist mit einem Flugzeug abgestürzt, war in Dresden und hat den Luftangriff auf die Stadt im Keller eines Schlachthofs überlebt. Zwischendurch, was in einem anderen Zeitgefüge auch davor und danach bedeutet, wird Billy von Außerirdischen auf den Planeten Tralfamador entführt, dort in einem Zoo ausgestellt und mit dem Filmstar Montana Wildhack gepaart.
Er ist überall, aber eben auch nicht. Billy Pilgrim hat gelernt in der Zeit zu reisen. Jeder Zeitpunkt kann an jeder Stelle kommen und Billy erlebt sie alle.
Fünf Schauspieler in wechselnden Rollen erzählen die Geschichte von Billy Pilgrim, über die Grausamkeit sowie Sinnlosigkeit vom Krieg und versuchen mit den Zuschauern in der Zeit zu reisen.

Aus einem Selbstinterview: Herr Vonnegut, als Soldat im Zweiten Weltkrieg und schließlich Kriegsgefangener in Dresden erlebten sie die Luftangriffe, untergebracht in einem alten Schlachthof, hautnah. Nahmen sie sich gleich nach dieser Erfahrung vor, darüber zu schreiben?
Als die Stadt zerstört war, hatte ich keine Ahnung vom Ausmaß der Sache… Dann wurde bekannt Dresden sei das größte Massaker der europäischen Geschichte gewesen. Da sagte ich mir: Bei Gott, Ich habe doch was gesehen! Folglich würd ich meine Kriegsgeschichte schreiben und, egal, ob sie interessant war oder nicht, versuchen, das Beste daraus zu machen. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, John Wayne und Frank Sinatra müssten die Helden sein. Aber schließlich sagte mir Mary O’Hare, die Frau eines Freundes, der mit mir drüben gewesen war: »Ihr wart doch noch Kinder. Es ist unfair, wenn du so tust, als wärt ihr Männer wie Wayne und Sinatra gewesen, und unfair auch gegenüber künftigen Generationen, weil dann der Krieg unweigerlich wie etwas Gutes aussieht.« Das war ein entscheidender Tipp.
* aus Schlachthof 5


Premiere am 27.05.2011/ Wiederaufnahme am 12.10.2011

Haus Drei
Dauer: eine Stunde 30 Minuten
14+