Frau Luna

von Paul Lincke
Operette in zwei Akten
Text von Heinrich Bolten-Baeckers
in Zusammenarbeit mit der Kammeroper Schloss Rheinsberg
Szenisch-konzertante Aufführung

Paul Lincke gilt als Vater der Berliner Operette, der 1. Mai 1899 als ihr Geburtstag: An diesem Tag erblickte »Frau Luna« am Berliner Apollo-Theater das Licht der Welt.
Mit diesem Werk, dessen musikalische Nummern bis heute Schlager geblieben sind, wird auch in dieser Spielzeit die seit neun Jahren bestehende erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Kammeroper Schloss Rheinsberg fortgesetzt und jungen Sängertalenten ein Podium geboten.
Nach den parodistischen Anfängen à la Offenbach im Paris des 19. Jahrhunderts und dem walzerbeschwingten Einzug in das Wien der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie, war das wilhelminische Berlin folgerichtig die nächste Station auf dem Siegeszug der Kunstgattung Operette, die nun einen neuen interessanten Zungenschlag erhielt: Die erfolgreichsten Berliner Operetten der frühen Jahre waren gespickt mit Typen aus der gesellschaftlichen Multikultur der rasant wachsenden Metropole. So auch »Frau Luna«, die sich zwar mit einem populären Thema des heraufziehenden neuen Jahrhunderts beschäftigt – dem Besuch ferner Planeten –, deren Personal jedoch aus echtem Berliner Urgestein besteht: der Witwe Pusebach mit ihrem Untermieter, dem Mechaniker Steppke, ihrer Nichte Marie, dem Schneider Lämmermeier und dem Rentier Pannecke. Eine der wesentlichsten Erkenntnisse dieser Berliner Weltraumreisegruppe ist nicht nur die Entdeckung, dass der »Mann im Mond« eine Fiktion ist und das Gestirn von der Göttin Frau Luna beherrscht wird, sondern dass man als Mond-Sehnsüchtiger vor interstellaren Beziehungs-Verwicklungen längst nicht gefeit ist und sein Glück weniger in himmlischen Höhen als auf der trittfesteren Erde suchen sollte. Was wiederum nur an der »Berliner Luft, Luft, Luft mit ihrem holden Duft, Duft, Duft« liegen kann!

 

Premiere am 15.10. 2010

Großes Haus


Musikalische Leitung: Georg Menskes
Chor: Matthias Stanze
Szenische Einrichtung: Detlef Sölter

Mit:
Henryk Böhm
Manuel Kundinger
Sebastian Naglatzki
Richard Resch
Julia Rutigliano
Christian Schleicher
Denise Schönefeld
Katharina Schrade
Melanie Spitau
Simone Waldhart