Isabeau

von Pietro Mascagni
Leggenda drammatica in drei Teilen
Text von Luigi Illica
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Deutsche Erstaufführung

»Georg Menskes und das Staatsorchester Braunschweig präsentieren eine Musik, die sich zwar nicht aus dem operngeschichtlichen Kontext löst, aber doch jedes Recht auf Bühnenpräsenz belegt, mit einem der Handlung verpflichteten Pathos, das Folko (Arthur Shen) und Isabeau (Mária Porubčinová) einiges abverlangt, und symphonisch lyrischen Atempausen.
Dazu passt eine phantasiereiche Bühnenästhetik und Personenführung mit einem Abstand zum Stoff, der die etwas abstruse Geschichte zum Lehrstück über die Gefährdungen eines Gemeinwesens und die Kraft der Liebe macht. Kann Oper mehr bieten?«
Joachim Lange in der Frankfurter Rundschau vom 24.03.2011


König Raimondo will seine Tochter Isabeau verheiraten. Auf dem »Turnier der Liebe« sollen die Rivalen die Prinzessin nicht mit Waffen, sondern mit Blicken erobern.
Isabeau lehnt alle Bewerber ab. Stellvertretend soll das Volk dafür bestraft werden.
Weil Isabeau die Schuld auf sich nimmt, lässt der König seine Tochter zur Strafe nackt auf ihrem Schimmel durch die Straßen reiten. Das bringt die Bevölkerung gegen ihn auf: Wer es wagt, sie anzublicken, dem sollen die Augen ausgerissen werden. Folco missachtet dieses Diktum und die Menge fordert seine Bestrafung.
Der Falkner erklärt, dass er nicht Isabeaus Unschuld verletzen, sondern ihrer Schönheit angemessen huldigen wollte. Sein Ruf wirkt wie ein musikalisches Fanal der Freiheit, mit dem zum ersten Mal Licht und Luft in die hermetische, beklemmend künstliche Isabeau-Welt eindringen kann. Den schrecklichen Ausgang verhindert das nicht: Beide gehen gemeinsam in den Tod.
Mascagni, mit Leoncavallo und Puccini einer der prominentesten italienischen Komponisten nach Verdi, hat knapp zwanzig Opern komponiert. Dennoch wird heute zumeist nur seine frühe Erfolgsoper »Cavalleria rusticana« aufgeführt. Zunächst war »Isabeau« auf der Opernbühne von Erfolg gekrönt: Die Uraufführung 1911 in Buenos Aires war vielversprechend, und in Italien war die Oper so populär, dass sie eine Welle von Legendenopern mit großem Orchesterapparat nach sich zog, darunter 1926 auch Puccinis »Turandot«. Nach dem 2. Weltkrieg erlahmte das Interesse an »Isabeau« unverständlicherweise – die Oper gehört in die Reihe der ›Ausgrabungsprojekte‹, die das Staatstheater Braunschweig seit einigen Jahren pflegt.

Premiere am 19.03.2011

Großes Haus


Musikalische Leitung: Georg Menskes
Inszenierung: Konstanze Lauterbach
Bühne: Andreas Jander
Kostüme: Konstanze Lauterbach
Chor: Georg Menskes
Dramaturgie: Daniela Brendel

Mit:
Isabeau: Mária Porubcinová
Giglietta: Julia Rutigliano
Folco: Arthur Shen
Il Cavalier: Malte Roesner
Re Raimondo: Selçuk Hakan Tiraşoğlu
L'Araldo: Dae-Bum Lee
Messer Cornelius: Oleksandr Pushniak, Oleksandr Pushniak
Ermyntrude: Cornelia Butz, Hyo-Jin Shin, Yuliya Grote
Ermyngarde: Annegret Glaser, Hyo-Jin Shin
1. Stimme: Young-Ki Kim
2. Stimme: Andreas Sebastian Mulik
3. Stimme: Leszek Wos