Luisa Miller

von Giuseppe Verdi
Melodramma tragico in drei Akten
Text von Salvatore Cammarano, nach dem bürgerlichen Trauerspiel
»Kabale und Liebe« (1783) von Friedrich Schiller
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
»Die Musik kommt aus einem Guss. Alexander Joel am Pult des Staatsorchesters hat sichtlich Freude am frühen Verdi, an all den theatralischen Aufwallungen, kolorierten Verzögerungen und heftig zustoßenden Schicksalsattacken. (...) Über all den Tumulten liegt wie das Ideal des verfolgten Menschlichen die sinnlich weich in die Höhen dringende Stimme von Liana Aleksanyan als Luisa. Wie sie immer wieder mit geschmeidigen Koloraturen Anlauf nimmt für die höchste Emphase und dort wunderschön zum Blühen kommt, ist brillant«
Braunschweiger Zeitung
Nachdem Verdis Vorhaben, einen Roman über das Ende der florentinischen Republik zu vertonen, 1849 von der Zensur zunichte gemacht wurde, fiel seine Wahl auf Schillers »Kabale und Liebe«. Ein nicht weniger gefährlicher Plan für den politisch engagierten Komponisten, denn der Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft ist in Schillers bürgerlichem Trauerspiel eines der zentralen Themen. 1849 war das französische Heer einmarschiert, die Römische Republik zusammengebrochen und die Zensur besonders hellhörig. Um das Werk im Dezember in Neapel erfolgreich zur Uraufführung bringen zu können, waren Verdi und sein Librettist Cammarano zu zahlreichen Änderungen gezwungen. Cammarano passte den Stoff der neapolitanischen Operntradition an und Schillers beißende Gesellschaftskritik verwandelte sich in eine bittersüße Liebesgeschichte. Dennoch, mit »Luisa Miller« stand der 36-jährige Verdi an der Schwelle zur Meisterschaft. Ob zart-lyrisch oder leidenschaftlich-dramatisch, jeder Charakter ist musikalisch sorgsam auf die jeweilige Situation abgestimmt. Luisa ist in Rodolfo verliebt. Er jedoch hat ihr verheimlicht, dass er der Sohn des Grafen von Walter ist. Aus gutem Grund: Die gesellschaftliche Fallhöhe macht diese Liebe zu einer verbotenen. Interesse an Luisa hat auch Wurm, der Schlossverwalter. Doch das beruht alles andere als auf Gegenseitigkeit und so verrät Wurm aus Rache
den beiden Vätern Rodolfos unstandesgemäße Liebe. Damit tritt er eine Lawine aus Intrigen, divergierenden Machtinteressen und unkontrollierbaren Ereignissen los, die die Liebenden gnadenlos überrollt. Am Ende stehen Giftmord, Selbstmord, Mord und die fatalistische Erkenntnis, dass Liebe offenbar nur im Tod möglich ist.

Premiere am 26.11.2011

Großes Haus


Musikalische Leitung: Sebastian Beckedorf, Alexander Joel, György Mészáros
Inszenierung: Walter Sutcliffe
Bühne: Kaspar Glarner
Kostüme: Miriam Draxl
Chor: Georg Menskes
Lichtgestaltung: Frank Kaster
Dramaturgie: Daniela Brendel

Mit:
Der Graf von Walter: Selçuk Hakan Tiraşoğlu
Rodolfo: Arthur Shen
Amalia: Sarah Ferede
Wurm: Dae-Bum Lee
Miller: Oleksandr Pushniak
Luisa: Liana Aleksanyan
Laura, ein Bauernmädchen: Hyo-Jin Shin, Hyo-Jin Shin
Ein Bauer: Young-Ki Kim