Yellow Line

von Juli Zeh / Charlotte Roos
Uraufführung / Auftragswerk
im Rahmen des Festivals Theaterformen 2012 und des Kooperationsprojektes »Achtung Pioniere«
in kroatischer Sprache mit deutschen Übertiteln

»Stück und Inszenierung balancieren auf der Grenze zur Groteske, werden aber nie albern. So ist der Abend gleichzeitig verrückt und bedenkenswert.«
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Juli Zehs Werke wie »Corpus Delicti« oder »Spieltrieb« sind einem breiten Publikum bekannt, der Deutschlandfunk lobte die Autorin gar als »der weibliche George Orwell der Gegenwart«. Im Auftrag des Staatstheaters Braunschweig hat sie nun mit Charlotte Roos ein neues Stück geschrieben. Charlotte Roos gehört zu den herausragenden Dramatikerinnen dieser Saison. Beim Heidelberger Stückemarkt ist sie für den Autorenpreis nominiert, bei den Autorentheatertagen in Berlin wird ihr Stück »Wir schweben wieder« als Werkstattaufführung vorgestellt. In Braunschweig wird mit »Yellow Line« die aktuelle Uraufführung der beiden Autorinnen zu sehen sein. Und die ist etwas ganz Besonderes. Denn Charlotte Roos und Juli Zeh haben erstmals ein Stück zusammen geschrieben. – »Yellow Line« erzählt zwei Geschichten. Die eine spielt an der Außengrenze Europas, wo die Abwehragentur Frontex einen arabischen Fischer aus dem Mittelmeer gezogen hat. Die andere Geschichte spielt in Deutschland. Paul ist verzweifelt. Überall sieht er sich durch subtile Mechanismen gegängelt, die ihren Ursprung im modernen Herden-Management haben. Doch Paul mag sich sein politisches Bewusstsein nicht länger einhegen lassen. Er schreitet zur Tat, kidnappt eine renitente Kuh namens Yvonne, die es zu
Medienprominenz gebracht hat und chartert ein Flugzeug, um das Tier aus Europa herauszubringen. Doch dann kommt ein Unwetter auf und der Pilot besteht darauf, Yvonne über dem Mittelmeer
abzuwerfen. – Eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit!

zum Kooperationsprojekt

Braunschweig mit Sitz des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums und Zagreb als Heimat des Luftfahrtpioniers David Schwarz begegnen sich in diesem internationalen Theaterprojekt. Gefördert im »Wanderlust-Fonds für internationale Theaterpartnerschaften« der Kulturstiftung des Bundes, untersuchen wir gemeinsam mit dem Theater z/k/m/ Zagreb den Traum vom Fliegen – und wie die aktuellen Herausforderungen wissenschaftlicher Forschung aussehen.
David Schwarz’ Interesse galt schon seit seiner Kindheit dem Fliegen. Der Autodidakt dachte über ein Luftschiff nach, das zum ersten Mal lenkbar sein sollte. Auf der Suche nach einem leichten Werkstoff lernte er Carl Berg kennen, der das damals neuartige Material Aluminium auf den Markt gebracht hatte. Der Start des ersten lenkbaren Luftschiffs, mit einer vollständigen Hülle aus Aluminium, scheiterte in St. Petersburg. Durch die Kontakte Carl Bergs zum Militär konnte aber in Berlin Tempelhof das Schwarzsche Luftschiff erneut gebaut werden. Die Nachricht, dass dem Flugversuch nichts mehr im Wege stünde, erhielt Schwarz wenige Stunden vor seinem plötzlichen Tod in Wien. Seine Frau Melanie übernahm die Projektleitung und realisierte die Jungfernfahrt im November 1897. Aufgrund gerissener Propellerriemen
ging das Luftschiff kurz nach erfolgreichem Start zu Bruch. Die Idee aber lebte weiter. Nur drei Jahre später begann die Erfolgsgeschichte des Grafen von Zeppelin.

Es entstehen zwei neue Stücke mit kroatischen und deutschen Schauspielern, die
beide im Rahmen des Festivals Theaterformen 2012 in Braunschweig uraufgeführt
und danach in Zagreb gezeigt werden.

Das von Juli Zeh und Charlotte Roos beschriebene Stück wird am 10.06.2012 im Kleinen Haus des Staatstheaters Premiere haben.

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Die Autorinnen

Juli Zeh, geboren 1974 in Bonn, studierte Jura und Literarisches Schreiben in
Passau, Krakau, New York und Leipzig. Ihr Debütroman »Adler und Engel« wurde in
29 Sprachen übersetzt. Es folgten u. a. der Roman »Spieltrieb«, das Tagebuch ihrer
Reise ins Kriegsgebiet Bosnien-Herzegowina »Die Stille ist ein Geräusch« und 2007
der Roman »Schilf«. Im selben Jahr wurde ihr erstes Theaterstück »Corpus Delicti«
bei der RuhrTriennale uraufgeführt. Der gleichnamige Roman erschien 2009. Juli Zeh
wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Charlotte Roos, geboren 1974 in Düsseldorf, studierte Germanistik, Romanistik und
Literarisches Schreiben. Sie verfasst neben Theatertexten auch Prosa und Essays.
Seit 2001 ist sie außerdem als freie Regisseurin tätig. 2007/2008 wurden am Theaterhaus
Jena ihre Stücke »Die Unmöglichkeit einer Insel« und »Allergie« uraufgeführt.
Mit »Hühner.Habichte.« wurde sie 2009 zum Berliner Stückemarkt eingeladen und
gewann den Jury- sowie den Publikumspreis der Autorentheatertage in St. Gallen.
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Uraufführung / Auftragswerk
Premiere am 10.06.2012

Kleines Haus


Inszenierung: Ivica Buljan
Bühne: Lovro Artukovic
Kostüme: Ana Savić Gecan
Dramaturgie: Pešut, Dino, Axel Preuß
Musik: Mitja Vrhovnik Smrekar
Choreografie: Marinko Petričević

Mit:
Tobias Beyer
Bogdan, Goran
Ðokić, Jadranka
Marinković, Ksenija
Mašković, Frano
Prpić, Barbara
Radnić, Jure
Šerbedžija, Lucija
Violić, Nina
Živolić, Vedran