Tristan und Isolde

Musikdrama von Richard Wagner
von Richard Wagner
Handlung in drei Aufzügen – Dichtung vom Komponisten
»Dass in Wagners wohl handlungsärmstem Werk das Orchester einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Protagonist überhaupt ist, kostet Braunschweigs Chefdirigent Alexander Joel in vollen Zügen aus. Da leuchten, funkeln und blitzen die Farben, da kommen ebenso die abgründigen, düsteren und schroffen Facetten der Partitur zur Geltung. Joel scheut sich nicht vor satter Dynamik, hat dabei jedoch immer ein sensibles Ohr für die Bühne und lässt den Stimmen den Raum, den sie brauchen. Das Staatsorchester folgt ihm dabei mit überwiegend höchster Konzentration, besticht durch Klangschönheit und Präzision.«
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Es gibt Musiktheaterwerke, die eine außergewöhnliche Stellung im Opernkanon einnehmen. Ohne Frage zählt Wagners »Tristan und Isolde« dazu. Kein Geringerer als Richard Strauss bezeichnete die Oper als »allerletzte Conclusion von Schiller und Goethe und die höchste Erfüllung der 2000-jährigen Entwicklung des Theaters«. Den Stoff dafür fand Wagner im gleichnamigen unvollendeten Epos von Gottfried
von Strassburg aus dem 13. Jahrhundert, der einen seinerzeit häufig verwendeten Text des Mittelalters bearbeitete. Die unausgesprochene Liebe zu Mathilde Wesendonck – deren Mann Wagner finanziell großzügig unterstützte – fand ihre Reflexion in der 1859 beendeten und 1865 am Münchner Hof- und Nationaltheater uraufgeführten Oper.
Das Werk ist ein Psychogramm über eine grenzenlose Liebe, die nicht im Hier und Jetzt, sondern im Jenseits – nach dem Tod – möglich ist: »Nur zwei Personen, Tristan und Isolde, stehen ganz im Vordergrund; sehr weit zurück, fast schon symbolisierte Gestalten von männlicher und weiblicher Treue, erblicken wir Kurwenal und Brangäne, höher als diese, aber noch weiter zurück, König Marke …« (Richard Wagner). Wagner bekannte später einmal gegenüber Cosima – seiner zweiten Frau und Tochter von Franz Liszt –, dass er durch die Konzentration der Handlung auf die Psyche der Hauptfiguren »zum größten Reichtum [seiner] musikalischen Mittel greifen musste«. Und so entstand ein Musiktheater mit dem für ihn größtmöglichen sinfonischen Fluss. Was er mit Worten Mathilde Wesendoncks nicht in der Lage zu sagen war, meißelte er in Töne. »Was wir auf dieser inneren Bühne der Seele sehen, sind, in synästhetischer Verschmelzung nach Wagners vielzitierter Erläuterung, ›ersichtlich gewordene Taten der Musik‹.« (Uwe Schweikert)
 
 

Premiere am 15.10.2011 / WA am 03.03.2013

Großes Haus
Dauer: fünf Stunden, eine Pause jeweils nach dem ersten und zweiten Akt

Musikalische Leitung: Alexander Joel
Inszenierung: Yona Kim
Bühne: David Hohmann
Kostüme: Nadine Grellinger
Chor: Georg Menskes
Lichtgestaltung: Frank Kaster
Dramaturgie: Jens Neundorff von Enzberg

Mit:
Tristan: John Uhlenhopp
Isolde: Silvana Dussmann
König Marke: Selçuk Hakan Tiraşoğlu
Kurwenal: Oleksandr Pushniak
Melot: Orhan Yildiz
Brangäne: Annette Seiltgen, Anne Schuldt
Ein Hirt: Cornel Frey, Tobias Haaks
Ein Steuermann: Leszek Wos
Stimme eines jungen Seemanns: Tobias Haaks