Vom Ende der Glut

Schauspiel von Jan Neumann
»Das Schauspieler-Quartett treibt die Handlung in einer flüssigen Mischung aus realistischem Spiel und erzählerischem Aus-der-Rolle-Treten voran.« Braunschweiger Zeitung

»Lisa Kempter hat den Stoff, dem die Medea-Tragödie zugrunde liegt, bei ihrem Regiedebüt in einer Form auf die Bühne gebracht, die eine ganze Reihe von Gefühlszuständen satt benetzt.« neue Braunschweiger
»Russland. Fünfzig Kilometer nördlich von Jekatarienburg. Sommer. Spätnachmittag. Der Himmel groß und blau und offen. Keine Wolke, kein Gott, der in ihm wohnt. Einzig vereinzelte Schwalben, die sich stürzen durch ihn. Als wollten sie etwas bedeuten.«
Erich, einer der hier fremd ist, fährt durch Russland auf der Suche nach einem Vater, den er nie kennen gelernt hat. Irgendwo auf dem Land hat er eine Autopanne, irgendwo, wo Maria mit ihren Großeltern lebt und ihrem Bruder Sergej. Die erste Begegnung ist eine mit Hindernissen. Der Bruder repariert schließlich das Auto. Zum Abschied ist Maria plötzlich verschwunden – sie steht am Ortsausgang mit einem Koffer in der Hand.
Erich und Maria fahren nach Berlin. Sie werden ein Paar. Eine Liebe beginnt. Mit Erichs neuem Job beginnt zwischen Fachwerkhäusern in Süddeutschland auch ihr neues Leben: Mietwohnung, Möbel, Fernseher, ein Auto. Sie heiraten, Maria lernt Deutsch, es kommen zwei Kinder. Und dann?
In seinem 2008 für das Theater der Stadt Aalen entstandenem Stück erzählt der 1975 geborene Autor, Schauspieler und Regisseur Jan Neumann eine ebenso emotionale wie existenzielle Geschichte über Heimatlosigkeit und eine Liebe, die das Leben langsam verbraucht. Neumanns außerordentliche Begabung, »eine Sprache für Gefühle zu finden«, sorgt dafür, dass seine Geschichten niemals spurlos an einem vorüber gehen.
»Berührbarkeit ist der Grund, warum ich gerne ins Theater gehe«, sagt er über sich selbst. Als Autor und Regisseur arbeitete Jan Neumann an den Schauspielhäusern in Mannheim, Dresden, Bochum und Stuttgart und aktuell am Staatsschauspiel Hannover. Mit »Vom Ende der Glut« stellt sich die junge Regisseurin Lisa Kempter nun erstmals im U 22 vor.

Premiere am 15.05.2012 / WA am 25.11.2012

U 22


Inszenierung: Lisa Kempter
Bühne und Kostüme: Felicia Schick
Dramaturgie: Charlotte Orti von Havranek

Mit:
Großvater / Chor: Andreas Bißmeier
Großmutter / Chor: Marianne Heinrich
Erich: Oliver Simon
Maria: Rika Weniger