Frühlings Erwachen! (LIVE FAST – DIE YOUNG!)

nach Frank Wedekind
von Nuran David Calis
»Wie gültig es bis heute ist, zeigt die packende Aneignung, die Regisseur Volker Schmidt jetzt mit dem Ensemble des Jungen Staatstheaters im Kleinen Haus nach der Fassung von Nuran David Calis vorlegte. Er hatte offenbar kein ranschmeißerisches Jugend-ist-geil-Theater im Sinn, sondern schafft genau die von Wedekind vorgegebene Gratwanderung.«
Braunschweiger Zeitung

»Die Premiere von ›Frühlings Erwachen! (Live Fast - Die Young!‹ im Kleinen Haus darf als rundum gelungen betrachtet werden.«
neue Braunschweiger

»Thank god, it’s Friday.« Von Montag bis Freitag bestimmen Schule und ihre Eltern sie, sie sind zwischen 14 und 16 Jahren alt; sie fühlen sich unfrei und bevormundet. Erst am Freitag beginnt das wahre Leben und sie feiern. Melchior, Moritz, Wendla, Martha, Ernst und Ilse treffen sich zum Abhängen, sie trinken gemeinsam, reden sich durch die Nacht und fühlen sich frei. »It’s saturday-ayayayayaya.« Melchior macht die Schule keine Probleme, seine Mutter lässt ihn deshalb in Ruhe. Sein bester Freund Moritz hingegen muss um seine Versetzung kämpfen, er lernt bis zur Erschöpfung, seinen strengen Vater möchte er nicht enttäuschen. Alles macht ihm Angst, wie er mit Ilse reden soll, weiß er nicht. Und Marthas Annäherungen verwirren ihn und der Kuss mit Ernst verwirrt ihn noch mehr. Moritz bittet Melchior um Hilfe, aber der hört nicht zu und hat nur Augen für Wendla. Und Wendla nur für ihn. Die beiden schlafen miteinander, sie wird schwanger. Jetzt ist nichts mehr so wie es war. »Sunday, bloody sunday.« Moritz wird nicht versetzt, er fühlt sich von allen im Stich gelassen und begeht Selbstmord. Wendla erzählt Melchior von dem Kind, er fordert die Abtreibung. Sie bringt sich um. Melchior muss seinen Weg ins Leben finden.
Vor mehr als 100 Jahren in der Uraufführung zum Skandal geraten, ist Wedekinds Klassiker um die Sehnsüchte, Nöte und Probleme von Jugend ein Dauerbrenner. Nuran David Calis »überschreibt« das Jahrhundertwendestück und versetzt es ins Heute.

Premiere am 22.02.2013 / WA am 24.09.2013

Kleines Haus
Dauer: 95 Minuten, keine Pause
13+

Inszenierung: Volker Schmidt
Bühne und Kostüme: Miriam Grimm
Musik: Josch Russo
Dramaturgie: Christoph Macha
Theaterpädagogik: Jennifer Gaden, Anne Hartmann

Mit:
Martha / Mama Bergmann: Nina El Karsheh
Ilse: Alisa Levin
Melchior: Luis Lüps
Ernst / Papa Stiefel: Alexander Ritter
Wendla / Mama Gabor: Anja Signitzer
Moritz: Martin Winkelmann