Kampf des Negers und der Hunde

Schauspiel von Bernard-Marie Koltès
Die Baustelle einer französischen Firma in einem westafrikanischen Land. In der Siedlung der Weißen taucht nachts ein Afrikaner auf: Alboury. Es hat einen Toten gegeben tagsüber. Alboury ist gekommen, um die Leiche zu holen.
Mit dieser Situation beginnt im Stück des französischen Dramatikers Bernard-Marie Koltès eine existenzielle und hoch aufgeladene Erzählung über Macht und Ohnmacht, über das explosive Geflecht postkolonialer Verhältnisse und über die Möglichkeit oder Unmöglichkeit menschlicher Beziehungen schlechthin. Koltès schickt seine vier Figuren durch eine Nacht, in der alles Bisherige aus den Fugen gerät.

Da ist der Baustellenleiter Horn, der die Baustelle abwickeln soll und aus Paris eine Frau hat anreisen lassen, die er kaum kennt, aber heiraten will, um mit ihr den Rest seines Lebens zu verbringen. Da ist Léone, die Frau, der das Leben bisher vielleicht nichts Besseres zu bieten hatte, die von Afrika nichts weiß und, kaum angekommen, schon wieder nach etwas anderem sucht. Da ist Cal, der Ingenieur, der es nicht aushält, wenn Dinge kompliziert werden, der Afrika einmal mochte, im Kopf, und dessen Hund plötzlich verschwunden ist. Und da ist Alboury, der nicht von der Stelle weicht und den Namen eines letzten Königs trägt. Sie alle wissen, dass ein Preis bezahlt werden muss - für alles, was geschieht.
 
Bernard-Marie Koltès, 1948-1989, ist einer der bemerkenswertesten Theaterautoren der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Stücke spielen an Orten und in Situationen, in denen Menschen sich einander aussetzen müssen. Sie sind politisch, nicht weil sie Ideologien, sondern weil sie menschliche Verhältnisse verhandeln. Sie sind emotional, herausfordernd, existenziell und zugleich von einer überwältigenden poetischen Kraft.

Premiere am 23.05.2013 / WA am 18.09.2013

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