1. Sinfoniekonzert

Peter Iljitsch Tschaikowsky
Rokoko-Variationen für Violoncello und Orchester op. 33
Wilhelm Fitzenhagen
Cellokonzert Nr. 2 a-Moll op. 4
Nikolakj Rimsky-Korsakow
Scheherazade op. 35
1876 reiste der Moskauer Hochschulprofessor Pjotr Iljitsch Tschaikowsky zu den ersten Richard-Wagner-Festspielen nach Bayreuth und erlebte die Uraufführung des »Rings des Nibelungen«. Sie erfüllte ihn mit Unbehagen und in seiner Kritik machte er daraus keinen Hehl. Er antwortete aber auch als Künstler, indem er in einem Konzertstück sein eigenes Ideal postulierte: Mozart. Das waren die Rokoko-Variationen op. 33 für Violoncello und Orchester. Diese Musik bedarf eigentlich keiner Erläuterung. Aber sie gewinnt eine besondere Bedeutung, wenn man sie vor dem Wagnerschen Background hört. Die Uraufführung fand am 18. November 1877 in Moskau statt. Am Dirigentenpult stand Nikolaj Rubinstein, der Direktor des Moskauer Konservatoriums und ein Freund und Förderer Tschaikowskys, das Solo-Cello spielte ein 28-jähriger Musiker aus Braunschweig – Wilhelm Karl Friedrich Fitzenhagen.

Fitzenhagen war ein außergewöhnliches Virtuosentalent; Liszt und Rubinstein hatten sich um ihn gestritten. Weimar oder Moskau – das war hier die Frage  Fitzenhagen entschied sich für Moskau und wurde dort ein hochgeehrter und gefeierter Solist. Tschaikowsky widmete ihm die Rokoko-Variationen, Fitzenhagen studierte sie gründlich und schlug dem Komponisten einige Korrekturen vor, die er auch akzeptierte. Seitdem werden die Rokoko-Variationen gewöhnlich in Fitzenhagens Fassung gespielt. Fitzenhagen war selbst auch ein produktiver Komponist. U. a. schrieb er – natürlich auch zum eigenen Gebrauch – vier Violoncello-Konzerte.

Zwölf Jahre nach den Rokoko-Variationen komponierte Nikolaj Rimskij-Korsakow die vierteilige sinfonische Dichtung »Scheherazade«, die eigentlich eine klassische Sinfonie im orientalischen Stil ist. Als Vorlage dienten Erzählungen aus »Tausendundeiner Nacht«, die Geschichte vom Seefahrer Sindbad, vom Prinzen Kalender, vom Magnetberg und vor allem von der schönen Scheherazade, die mit ihren Märchen den grausamen Sultan bezaubert.

am 9. und 10. September 2012

Stadthalle