4. Sinfoniekonzert

Georg Philipp Telemann
Flötenkonzert C-Dur
Carl Philipp Emanuel Bach
Sinfonie h-Moll Wq 182
»Hamburger Sinfonie Nr. 5«
Antonio Vivaldi
Flötenkonzert D-Dur op. 10 Nr. 3 »Il giardellino«
Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 35 D-Dur KV 385 »Haffner Sinfonie«


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Orchesterdirektor Martin Weller stellt Werke von Carl Philipp Emanuel Bach und Wolfgang Amadeus Mozart vor.
Carl Philipp Emmanuel Bach war ein genialer Wegbereiter der Wiener Klassik, doch für die Nachwelt trat er nicht mehr aus dem Schatten seines übermächtigen Vaters Johann Sebastian. Zu seinen Lebzeiten war das anders, er galt als der Bedeutendere von beiden. Lessing wie Diderot hielten ihn für das größte musikalische Originalgenie der Aufklärungsepoche. Dreißig Jahre war er der Hofcembalist Friedrich II. in Berlin und Potsdam, dann weitere zwanzig Jahre städtischer Musikdirektor in Hamburg. Die sechs »Hamburger Sinfonien« aber waren ein Wiener Auftrag, der von Gottfried van Swieten ausging, damals österreichischer Gesandter in Preußen und später Wiener Hofbibliothekar und Förderer Haydns wie Mozarts. Ihrem künstlerischen Rang nach könnten sie den sechs »Brandenburgischen Konzerten« Johann Sebastian Bachs und den sechs »Pariser Sinfonien« Joseph Haydns zur Seite gestellt werden, doch bis heute wird ihnen im Musikleben dieser Rang versagt.

Vivaldi war der Tizian unter den venezianischen Komponisten, nicht nur dem Rang nach, sondern wegen seiner malerischen, geradezu visualisierten Tonsprache. Vielen seiner Konzerte gab er wie barocken Gemälden bildhafte allegorische Titel, z. B. bei »Le quattro stagione« (»Die vier Jahreszeiten«). Auch das Flötenkonzert D-Dur gehört dazu. Es trägt den Titel »Il Gardellino« (»Der Distelfink«), weil die Flöte den Gesang des kleinen Vogels virtuos und fantasievollimitiert.

In Mozarts Sinfonik stoßen wir oft auf die Spuren Carl Philipp Emmanuel Bachs. Mozart faszinierten die musikalische Energie, die kühne Harmonik und das ausgedehnte freie Instrumentalrezitativ in seinen Kompositionen. All das ging, natürlich in seiner unverwechselbaren Handschrift, in seine eigene Sinfonik ein. Die »Prager Sinfonie« zeigt das sehr deutlich. Als die Prager ihn einluden, im Winter 1786/1787 einige Aufführungen seines »Figaro«z u dirigieren, brachte er auch eine neue Sinfonie mit, die er beidieser Gelegenheit vorstellte, daher stammt ihr Beiname »Prager Sinfonie«.

am 16. und 17. Dezember 2012

Stadthalle


Staatstheater Braunschweig, 4. Sinfoniekonzert, Foto: