Prinz Friedrich von Homburg

Schauspiel von Heinrich von Kleist
»Langer, kräftiger Applaus für diese barocke, kraftvolle Premiere über (Selbst-)Erkenntnis, Gerechtigkeit, Heldentum und, und, und. Man könnte das Stück gleichnocheinmal gucken, denn es bietet beinahe mehr, als die Wahrenhmung erlaubt.«
neue Braunschweiger
Gleiches Recht für alle ist ein hohes Gut. Deshalb kann auch der Sieg, den Homburg in der Schlacht zu Fehrbellin errungen hat, ihn nicht vor Strafe schützen. Er hat ohne Befehl gehandelt und der Kurfürst, der die Todesstrafe verhängt hat über seinen von allen geliebten Neffen, besteht auf Einhaltung der Gesetze. Der Prinz erwacht aus einem Traum: Ein Held sein wollte er, verliebt in Natalie war er, der gerechten Sache dienen wollte er – aber der bevorstehende Tod verändert alles:
Prinz Friedrich von Homburg winselt um Gnade, und selbst seine Liebe wäre er bereit dafür hinzugeben. Der Kurfürst, Politiker, der seinen Neffen kennt, überlässt dem Delinquenten selbst die Entscheidung: Wenn er glaube, dass ihm Unrecht geschehe, sei er frei. So bei der Ehre gepackt, schlägt der Prinz das Gnadenangebot aus.

»Die Zeit scheint eine neue Ordnung der Dinge herbeiführen zu wollen, und wir werden davon nichts, als bloß den Umsturz der alten erleben … Warum sich nur nicht einer findet, der diesem bösen Geiste der Welt die Kugel durch den Kopf jagt.«
Wie ein Kommentar zur Gegenwart klingt, was Heinrich von Kleist Ende November 1805, kurz vor dem Sieg Napoleons bei Jena und Auerstedt, im Brief an einen Freund formuliert. 1811, als Preußen dann selbst auf dem Wege ist zum imperialistischen Staat, schreibt Kleist das Schauspiel vom Prinzen von Homburg, der am Ende zwar begnadigt wird, aber um den Preis, dass der Krieg aufs Neue entflammt.
NDR Kulturspiegel zu »Prinz Friedrich von Homburg« und anderen Premieren am Staatstheater Braunschweig als Audio-Datei


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Premiere am 20.01.2012 / WA am 31.01.2013

Großes Haus


Inszenierung: Stephan Rottkamp
Bühne: Sonja Waldecker
Kostüme: Sina Brennecke, Stephan Rottkamp
Dramaturgie: Christine Besier

Mit:
Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg: Hans-Werner Leupelt
Die Kurfürstin: Saskia von Winterfeld
Prinzessin Natalie von Oranien, Nichte des Kurfürsten: Rika Weniger
Feldmarschall Dörfling, Chef eines Dragonerregiments: Andreas Bißmeier
Prinz Friedrich Arthur von Homburg: David Kosel
Obrist Kottwitz, vom Regiment der Prinzessin von Oranien: Oliver Simon
Hennings, Oberst der Infanterie: Raphael Traub
Graf Hohenzollern, von der Suite des Kurfürsten: Sven Hönig
Rittmeister von der Golz: Hanno Koffler