Frau Müller muss weg

Schauspiel von Lutz Hübner
Mitarbeit Sarah Nemitz

»Frau Müller muss weg ist glänzende Unterhaltung mit ernstem Fundament. (...) Regisseur Nicolai Sykosch tut Gut daran, dem Ensemble genügend Freiraum zur Entfaltung der Charaktere zu geben. Die Schauspieler nutzten ihn gekonnt.«
neue Braunschweiger
High noon. Elternabend in der Klasse 4b. In drei Monaten gibt es die Zeugnisse, nach denen sich die weitere Schullaufbahn der Kinder zwischen Gymnasium, Real- oder Hauptschule entscheidet. Eine Entscheidung, die die Eltern der 4b nicht tatenlos abwarten werden. Sie haben ihr Urteil gefällt und tragen ein Misstrauensvotum in der Tasche: Frau Müller, die Lehrerin, muss weg, ehe sie die Zukunft ihrer Kinder vernichtet. Denn nach drei fast glücklichen Grundschuljahren haben sich die Noten der Klasse dramatisch verschlechtert: Janine hat Angst vor der Schule, der neu hinzugekommene Lukas findet keine Freunde in der Klasse und die Kinder berichten zu Hause von einer Lehrerin, die vor der Klasse weint und früher gehen muss, um ihre Therapie wahrzunehmen – und das in einem Halbjahr »von dem das Wohl und Fortkommen« der Kinder abhängt. Da kann man doch nur das pädagogische Konzept bezweifeln, wenn es überhaupt eins gibt. Doch Frau Müller, Pädagogin aus Leidenschaft, mit Prinzipien und 19 Jahren Berufserfahrung, schlägt zurück! »Am Elternabend zeigt sich, wie solidarisch eine Gesellschaft wirklich ist und wie sie mit Erfolg und Niederlagen umgeht. Da werden keine Gefangenen gemacht und keine Konzessionen«, schreibt Lutz Hübner über seine 2010 am Staatsschauspiel Dresden uraufgeführte Komödie. Als präziser Beobachter von Gesellschaft und Gegenwart spitzt der Autor hier lustvoll die Situation zu. Schließlich hat die Leistungsgesellschaft längst ihre Schneisen durch alle Lebensbereiche geschlagen. Und so ist, als sich die Wogen im Klassenzimmer wieder glätten, der Abend auch noch lange nicht vorüber.

Premiere am 19.01.2012 / WA am 21.09.2013

Kleines Haus


Inszenierung: Nicolai Sykosch
Bühne und Kostüme: Stephan Prattes
Dramaturgie: Charlotte Orti von Havranek

Mit:
Patrick Jeskow: Moritz Dürr
Marina Jeskow: Martina Struppek
Katja Grabowski: Rika Weniger
Jessica Höfel: Nientje Schwabe
Wolf Heider: Mattias Schamberger
Sabine Müller: Sandra Fehmer