Othello

von William Shakespeare
aus dem Englischen von Horst Laube
»Petersen scheut vor drastischer Realität nicht zurück, lässt seine Schauspieler immer wieder in Kontakt mit dem Publikum treten, verstärkt die Wirkung einzelner Szenen mit dröhnender Rockmusik und durchsetzt den Shakespeare-Text mit profaner Alltagssprache (...) Wer bereit ist, sich auf das Geschehen auf der Bühne einzulassen und die Ausgangslage zu akzeptieren, erlebt einen konsequenten und äußerst spannenden Theaterabend. (...) Alles in allem wird pralles Theater und spürbare Lust an der Darstellung geboten.«
Hartmut Jakubowsky in der Celleschen Zeitung vom 21.03.2012
»Ich will, das jede einzige Vorstellung einmalig wird, das sie nicht statisch oder in einem speziellen Muster verschlossen ist.«
Jonas Corell Petersen
Als Fremder ist Othello nach Venedig gekommen und hat es schnell zu beruflichem Erfolg und Ansehen gebracht, denn Othello ist der beste Mann in der venezianischen Armee. Als Othello heimlich Desdemona heiratet, steht ihr Vater Kopf. Aber Othello wird auf Zypern gebraucht, im Krieg gegen die Türken. Desdemona verlässt ihren Vater und zieht mit Othello in die Schlacht. Auch Othellos engster Freund und neu ernannter Stellvertreter Cassio ist an seiner Seite. Und Jago. Jago, der eigentlich Othellos Nummer zwei werden wollte, die richtigen Voraussetzungen, die besten Fürsprecher hatte, aber es nicht geworden ist.
In Zypern angekommen, ist der Krieg bereits vorbei, die Schiffe der Türken auf See gesunken. Die venezianische Armee sitzt mit all ihren kampfeswütigen und vor Kraft strotzenden Männern im Urlaubsparadies fest. Jetzt wird getrunken, gefeiert und gesungen! Der gekränkte Jago beginnt seinen privaten Feldzug gegen Othello, gefüttert von Rache, Neid und Eifersucht. Er spielt und verstellt sich. Jago bestimmt was Othello hört und sieht, wie er gehört und gesehen und was über ihn gesagt wird. Er zerstört das Vertrauen Othellos in Cassio, rückt Desdemona in ein zweifelhaftes Licht, entfacht Othellos Eifersucht und destabilisiert den ehrenhaften Kriegsherrn. Auch der abgesagte Krieg fordert Tote.

Im Februar 2011 startete am Staatstheater Braunschweig das neue europäische Festival für junge Regie »Fast Forward«, welches an fünf Tagen Inszenierungen aus acht europäischen Ländern zeigte. Am letzten Festivalabend kürte die vierköpfige Jury den Gewinner: Jonas Corell Petersen. Sein Preis: eine Inszenierung am Staatstheater Braunschweig.
Jonas Corell Petersen, gebürtiger Däne, studierte in Norwegen Regie. In Braunschweig präsentierte er seine Inszenierung von »Die Leiden des jungen Werther« mit der er im Herbst 2010 seine Regieausbildung an der Kunstakademie Oslo abschloss.
»Die Jury kann nicht anders: Sie muss Jonas Corell Petersen aus Norwegen auszeichnen.
Der ›Werther‹ ist eine herrliche Sache. Vor allem aber beglückt hier der Reichtum der szenischen Ideen. Es herrscht eine so fabelhaft aufgekratzte Leichtigkeit, dass man während der ersten Hälfte gar nicht mehr aufhören kann, vor sich hin zu grinsen. Und am Ende muss man sich fragen, wann man zum letzten Mal so aufrichtig gerührt gewesen ist im Theater.«
nachtkritik.de

Premiere am 17.03.2012

Kleines Haus


Inszenierung: Jonas Corell Petersen
Bühne und Kostüme: Sigurður Óli Pálmason
Musik: Gaute Tønder
Dramaturgie: Katrin Breschke
Theaterpädagogik: Angelika Andrzejewski

Mit:
Othello, ein schwarzer General: Tobias Beyer
Brabantio, Desdemonas Vater: Andreas Bißmeier
Cassio, ein ehrenwerter Leutnant: Oliver Simon
Jago, ein Schurke: Sven Hönig
Roderigo, ein betrogener Edelmann: David Kosel
Der Herzog von Venedig: Mattias Schamberger
Desdemona, Othellos Frau: Louisa von Spies
Emilia, Jagos Frau: Rika Weniger