Medea

von Franz Grillparzer
»Aus dem starken Ensemble ragt Sandra Fehmer mit einerbeeindruckend geschlossenen Charakterstudie der Medea als düster-leidgestählterEntfremdeter heraus. Oliver Simon spielt den Jason schlüssig als opportunistischenSchön- und Schwächling. Stark auch David Kosel und Henning Nöhren alsgeduckt-verängstigte Kinder. Langer, kräftiger Applaus.«
Braunschweiger Zeitung

»Der Augenblick, wenn er die Wiege einer Zukunft ist, warum nicht auch das Grab einer Vergangenheit?« fragt Medea ihre Amme.
Unter der Führung Jasons fallen die griechischen Argonauten in Medeas Heimatland ein, um das »Goldene Vlies« zu rauben. Das Vlies ist ein goldenes Widderfell von großem Wert und mythischer Bedeutung. Doch Medea, Tochter des regierenden Königs, verliebt sich in Jason. Schlimmer noch, sie verrät ihre Familie, hilft Jason beim Raub und flieht mit ihm und seiner Beute. In Griechenland jedoch wird Medea nicht wie eine Prinzessin empfangen, sondern wie eine Barbarin behandelt. Und obwohl die beiden längst verheiratet sind und zwei Kinder haben, wendet sich Jason seiner Jugendliebe Kreusa zu, der Tochter des regierenden Königs Kreon. Der König würde Jason gerne als Schwiegersohn sehen und will Medea fortschicken, allein, ohne ihre Kinder! Verstoßen und von ihrem Mann zurückgewiesen, sinnt Medea auf eine schreckliche Rache.
Bei einem Kuraufenthalt stieß Franz Grillparzer auf den antiken Mythos der Medea. Er verarbeitete ihn 1819/1820 in seiner Trilogie »Das Goldene Vlies«, deren letzter Teil »Medea« die Ehetragödie zwischen Jason und Medea in Korinth erzählt. Grillparzer stellte seiner Arbeit das Motto voran: »Halte dir immer gegenwärtig, dass das Stück eigentlich nichts ist als eine Ausführung des Satzes: Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie, fort zeugend, Böses muss gebären.«

Wiederaufnahme am 08.10.2011

Großes Haus
Dauer: eine Stunde 45 Minuten

Inszenierung: Sebastian Schug
Bühne: Christian Kiehl
Kostüme: Nicole Zielke
Musik: Johannes Winde
Dramaturgie: Katrin Breschke
Theaterpädagogik: Angelika Andrzejewski

Mit:
Kreon, König von Korinth: Tobias Beyer
Kreusa: Theresa Langer
Jason: Oliver Simon
Medea: Sandra Fehmer
Gora, Medeens Amme: Sven Hönig
Äson, Medeens Kind: David Kosel
Absyrtus, Medeens Kind: Henning Nöhren