Amerika

Schauspiel nach dem Roman von Franz Kafka
in einer Fassung von Nicolai Sykosch
»Ganz Amerika im Zimmer […]. Das alles rumort im Kafka-Kopf! Da gelangt die Inszenierung zu einer Ahnung von Kafkas dunklem Dichten: als Bannen der eigenen Dämonen.«
Braunschweiger Zeitung
Der 16-jährige Karl Roßmann wird von seinen Eltern nach Amerika geschickt. Eine Affäre mit dem Dienstmädchen löste den Bruch mit dem Elternhaus aus. Aber was soll Karl Roßmann in Amerika? Dem Land der Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten steht er klein, einsam, mit einem Koffer, der gleich verloren geht und ohne Sprachkenntnisse gegenüber. Zum Glück gibt es den Onkel, der ihn aufnimmt und langsam an die neue Kultur und Gesellschaft heranführen will.
Karl gibt sein Bestes um anzukommen und trotzdem enttäuscht er den Onkel, ohne es zu wissen und wird erneut verstoßen. Den nächsten Neuanfang versucht er im »Hotel Occidental«, wo er als Liftboy arbeitet. Auch hier will er, seinem Gerechtigkeitssinn folgend, nur helfen und gerät damit an die Grenzen des Möglichen. Wieder wird er verstoßen. Sein Weg durch Amerika gleicht einem Abstieg, der ihn immer näher an ein kriminelles Milieu heranführt, in das ihn schließlich die scheinbaren Freunde Delamarche und Robinson hineinziehen. »Schuld also bin ich«, stellt er fest, ohne tatsächlich schuldig zu sein.
Wie ein Licht am Ende des Tunnels erscheint der Ruf des »Theaters von Oklahama «, dass man sich melden solle. Jeder sei hier willkommen und jeder werde gebraucht.
Bei Kafka bleibt offen, wie es Karl im »Theater von Oklahama« ergehen wird. 1912 / 1913 arbeitete Franz Kafka an dem Fragment gebliebenen Roman »Der Verschollene«, der 1927 posthum unter dem Titel »Amerika« veröffentlicht wurde. Sein jugendlicher Held ist ein Wiedergänger der Protagonisten K. oder Gregor Samsa aus seinen Erzählungen und Romanen, allerdings bleibt der Ausgang für Karl in »Amerika« offen.

Premiere am 28.09.2012

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