Der Sturm

Schauspiel von William Shakespeare

aus dem Englischen von Hermann Motschach
»Für ihre Schauspieler erfindet Daniela Löffner bemerkenswerte Auftritte. [...] sie tauchen spektakulär aus einem milchig-weißen Wasserbassin auf, das so flach ist, dass man darin keinen Menschen vermutet. Durchnässt stehen die Spieler dann da [...] und strahlen [...] eine widerständige Street Credibility aus, lassen sich nicht so einfach einnehmen, weder von der ungewöhnlichen Spielsituation noch von Prosperos Launigkeiten. Leichthändig, unangestrengt wirkt das und schlüssig aus dem Kern des Stoffs entwickelt.« taz

Prospero lebt seit 12 Jahren mit seiner Tochter Miranda auf einer Insel. Eigentlich ist er der rechtmäßige Herzog von Mailand und sie die Thronfolgerin. Da er aber mehr mit magischen Studien beschäftigt war und seine Pflichten als Herzog vernachlässigte, ergriff sein Bruder Antonio die Macht. Gemeinsam mit Alonso, dem König von Neapel und größten Feind Mailands, entwarf er einen Plan, Prospero für immer aus der Welt zu schaffen. Treue Landsleute sorgten heimlich für Prosperos Überleben. Gestrandet auf der Insel, entmachtete er den regierenden Hexensohn Caliban, befreite den Luftgeist Ariel, machte beide zu seinen Untergebenen und ernannte sich selbst zum Herrscher über die Insel.
Wie es nun der Zufall will – oder ist es Zauberei? –, geraten seine Kontrahenten auf See in ein Unwetter und werden an den Strand der Insel gespült. Schnell zeigt sich, dass sich wenig an den Charakteren geändert hat, sie immer noch bedenkenlos und heimtückisch morden würden, um des eigenen Vorteils willen. Unter den Schiffsbrüchigen befindet sich aber auch Ferdinand, der Sohn des Königs von Neapel, in den sich Miranda augenblicklich verliebt.
Prospero hat bei all dem die »Zauberhände« kräftig mit im Spiel. Die Feinde in seiner Gewalt und die Liebenden als Friedensstifter um sich, sieht er seiner Zukunft hoffnungsvoll entgegen. Denn nun wird er seinen rechtmäßigen Platz wieder einnehmen und die Hochzeit zwischen Miranda und Ferdinand wird die Feindschaft, Abhängigkeit und Intrigenlust zwischen Neapel und Mailand endgültig beenden. Oder ist es an der Zeit zu vergessen und zu vergeben?

Premiere am 14.03.2013 / WA am 27.09.2013

Kleines Haus
1 Stunde 40 Minuten

Inszenierung: Daniela Löffner
Bühne: Claudia Kalinski
Kostüme: Sabine Thoss
Dramaturgie: Katrin Breschke

Mit:
Prospero, vertriebener Herzog von Mailand: Sven Hönig
Miranda, Tochter Prosperos: Ursula Hobmair
Antonio, Bruder Prosperos und Usurpator: Tobias Beyer
Alonso, König von Neapel: David Kosel
Fernando, Alonsos Sohn: Jannek Petri
Sebastian, Alonsos Bruder: Mattias Schamberger
Gonzalo, Ratgeber: Philipp Grimm
Ariel, ein Luftgeist: Oliver Simon
Kaliban, ein Wesen mit Stierkopf: Hanno Koffler
Trinculo, Barkeeper auf dem Schiff des Königs: Philipp Grimm
Stephano, Musiker auf dem Schiff des Königs: David Kosel