Aus dem bürgerlichen Heldenleben

»Die Hose«, »Der Snob« und »1913«
eine deutsche Familiengeschichte
von Carl Sternheim


Wäre das Victory-Zeichen nicht erst in den 1940er Jahren erfunden worden, Christian Maske, Sternheims schillernder Aufsteiger und bürgerlicher Held, hätte sich schon zur Kaiserzeit mit der berühmten Geste im Erfolg sonnen können. Denn dem Sohn eines kleinen Beamten ist mit Mitte dreißig und den Mitteln der Ökonomie nicht weniger als die Eroberung einer Welt gelungen. »Dasein mit Ziel!«, wird er seiner Tochter Ottilie später hinter die Ohren schreiben, aber da hat sich die Geschichte schon wieder ein Stück weiter gedreht.

Sternheim, geboren 1878 als Bankierssohn, gelingt es wie keinem anderen, das brisante, mitunter satirische und zugleich verblüffende Portrait einer Klasse zu zeichnen, die sich wirtschaftlich wie politisch durchzusetzen beginnt. Unter dem Motto »aus dem bürgerlichen Heldenleben« entstehen bis 1915 acht Stücke, von denen drei die Geschichte der Familie Maske erzählen: Als bürgerliches Lustspiel in »Die Hose«, als Komödie in »Der Snob«, als Schauspiel in »1913«.

Die Trilogie beginnt mit einem Skandal: Luise Maske verrutscht beim Spaziergang mit Gatten Theobald auf unsittliche Weise die Unterwäsche. Weil das Malheur Maske die Stellung kosten könnte, vermietet er zwei Zimmer unter, verdient doppelt und hat plötzlich genug Geld, Nachwuchs in die Welt zu setzen. Dieser greift im »Snob« zielsicher nach den Sternen. In einer rasanten Karriere wird Theobalds Sohn Christian Generaldirektor eines großen nationalen Konzerns, heiratet eine verarmte Grafentochter und kauft deren Schloss. Doch die Zeit ist, wie das Kapital in Bewegung: In »1913« muss Christian sein Lebenswerk gegen die eigenen Kinder verteidigen. Die »Helden« haben bereits ihre Götterdämmerung hervorgebracht – oder ist es nur wieder eine kapitale Wiedergeburt?
Die Inszenierung steht im Kontext des Kulturprojektes »1913 – Braunschweig zwischen Monarchie und Moderne« der Stadt Braunschweig.

 
 


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Premiere am 06.04.2013 / WA am 29.09.2013

Großes Haus


Inszenierung: Nicolai Sykosch
Bühne: Alissa Kolbusch
Kostüme: Britta Leonhardt
Dramaturgie: Charlotte Orti von Havranek

»Die Hose«

Ein bürgerliches Lustspiel

Mit:
Theobald Maske: Moritz Dürr
Luise Maske: Anika Baumann
Gertrud Deuter: Martina Struppek
Frank Scarron: Raphael Traub
Benjamin Mandelstam: Christoph Finger
Ein Fremder: Klaus Lembke

»Der Snob«

Komödie

Mit:
Theobald Maske: Moritz Dürr
Luise Maske: Anika Baumann
Christian Maske: Hans-Werner Leupelt
Graf Aloysius Palen: Klaus Lembke
Marianne Palen: Sandra Fehmer
Sybil Hull: Martina Struppek

»1913«

Schauspiel

Mit:
Freiherr Christian Maske von Buchow: Hans-Werner Leupelt
seine Kinder:
Philipp Ernst: Raphael Traub
Ottilie: Anika Baumann
Gräfin Sofie von Beeskow: Sandra Fehmer
Graf Otto von Beeskow, sein Schwiegersohn: Moritz Dürr
Hartwig Prinz Oels: Christoph Finger
Wilhelm Krey, Sekretär: Martina Struppek
Friedrich Stadler: Klaus Lembke